Amelie

Herbstfest 2018 – Partnerschaft – Pizza – Peinlichkeiten

– Anne-Christin Martz  /

Man mag es mir nicht verübeln: Ich muss gestehen, dass ich beim Gedanken an Festgottesdienste manchmal gemischte Gefühle habe. „Einfach spitze, dass du da bist“ mitsingen und dabei in die Luft springen (=peinlich). Viele, viele Hände schütteln (= ansteckend?). Lange an der Buffetschlange anstehen und dann das Besteck vergessen (=frustrierend).  Am Ende zehn Mal denken „Jetzt geh ich aber.“ und dabei immer wieder in Gespräche verwickelt werden, die zu gut sind, um sich einfach zu verabschieden. 

Umso besser, wenn man gar nicht mehr nach Hause gehen will. So ging es mir zu unserem Herbstfest am 14.10. Denn wer kann schon innerlich schmollen in so einem bunten Gottesdienst oder danach – im Licht der Herbstsonne in unserem von Pizzaduft umnebelten Gemeindegarten. 

Grund zum Feiern gaben uns nicht nur der Erntedank, sondern ganz besonders der Besuch von 9 Mitgliedern aus unseren Partnergemeinden aus Rostov am Don und Virginia. Mit ihren Beiträgen machten sie den Gottesdienst und das Fest noch bunter, berichteten aus Russland und den USA, bereicherten uns kulinarisch (frittiert=lecker!) und kickten sich mit einer Horde Jungs durch den Gemeindegarten. 

Dort gab es neben guten Gesprächen und leckerem Essen auch Spiel- und Bastelangebote: an der Kletterstation mutige Jungs, am Holzofen die Rückersdorfer Pizzabäcker, am Spiele-Tisch nette Leute, die mir geduldig auch zum dritten Mal die Spielregeln erklärten, in der Bastelecke Kinder, Kastanien und mein Mann, der – gefesselt von seinem Kastanienvogel (=Lebenswerk?) ungefähr eine Stunde dort verharrte. Viele fröhliche Gesichter, fleißige Organisatoren und Helfer machten das Herbstfest zu etwas Besonderem. Es ist toll, in so einem Rahmen ganz unterschiedliche Menschen in der G26 zu sehen – Gemeindemitglieder und Gäste, alte und neue Bekannte – und mit ihnen Zeit zu verbringen. Als einer der syrischen Gäste seine Gitarre auspackt und beginnt zu singen, stimmen Manche mit ein, Andere lauschen interessiert. Hier ein Fest feiern heißt immer auch: Wir teilen miteinander – unseren Glauben, unsere Zeit, unser Essen, unsere Worte, unsere Kulturen. Tatsächlich lohnt es sich, dabei zu sein. 

Als mich jemand fragt: „Wolltest du nicht schon lange gehen?“, antworte ich: „Ich bleibe noch.“

Und übrigens: Dazu, wie ich freudig klatschend „Einfach spitze“ mitsinge – ganz ohne peinlich berührt zu sein – gibt es sogar ein Beweisfoto!

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