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Der erste Blick auf Weihnachten

– Jule Rada /

„Hi. Hier ist Micha (= Micha Steppan, Jugendreferent der G26). Kannst du eventuell einen Text für unsere Gemeinde über Weihnachten schreiben?“ „Ja. Klar. Mach ich.“

Ich schaue aus dem Fenster. Ein schöner warmer Spätsommertag. Gerade war ich im Garten, hab einen Kürbis geerntet und mich an den schönen Blumen gefreut. Ein Text über Weihnachten?? Ich alte Ja-Sagerin! Das passt mir jetzt ehrlich gesagt doch nicht so ganz. Da kommen mir ja sofort Vergänglichkeitsgedanken: Bald ist die warme Jahreszeit vorbei; die Felder liegen brach, die Vögel fliegen in die Ferne, die Bäume werden kahl sein. Es wir dunkler und grauer, stiller und lebloser. Mein Kürbis wird längst gegessen sein. Den Samen dafür hatte mir meine 90jährige Oma gegeben. Ach ja, und die redet immer wieder vom Sterben. Das passt ja jetzt genau zu meiner melancholischen Stimmung!

Plötzlich belebt mich der Gedanke, dass genau der Blick auf Weihnachten meine melancholischen Vergänglichkeitsgedanken verändern kann: Jedes Jahr wieder feiern wir dieses Fest. „Alle Jahre wieder“ backe ich Plätzchen, singe Weihnachtslieder, treffe meine Familie, gehe zum Gottesdienst, lasse mich beschenken. Alle Jahre wieder – das bedeutet also Beständigkeit! Alle Jahre wieder Weihnachten. Weihnachten als Erinnerung daran, dass Gott zu uns gekommen ist, um meinem Leben, Licht und Hoffnung zu geben. Meine dunklen Gedanken dürfen langsam der Vorfreude auf Weihnachten weichen!

In unserer Gemeinde steht dieser Freude auch alle Jahre wieder im Fokus. Beim Weihnachtsgottesdienst oder beim gemeinsamen Essen feiert die Gemeinde festlich, fröhlich und vor allem gemeinsam das Ende des Dunkels und der Einsamkeit, die Beständigkeit der Freude und Hoffnung.

Ich freu mich auf Weihnachten.  

 

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