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Ich glaube, es gibt mehr

– Micha Steppan /

Liebe Mitglieder und Freunde der G26,

„Mein Herr, außer einem kleinen Krug mit Öl hab ich gar nichts mehr“ – 1.Könige 4,2

So startet eine wunderbare Geschichte aus dem alten Israel. Eine Witwe wird durch den Gläubiger ihres verstorbenen Mannes mit dessen Schulden in die Enge getrieben. Mit der Angst, ihre Söhne zu verlieren, wendet sie sich an den Propheten Elisa. Sie hofft, dass dieser ihre Familie retten kann.
Der Prophet stellt jedoch die überraschende Frage: „Was hast DU in deinem Haus?“. Darauf antworten sie diesem oben zitierten Satz.

Eine doch etwas überraschende Frage. Da bittet die arme Frau um Hilfe, doch der Ball wird direkt zurück gespielt. Da kommt doch schon erstmal eine Enttäuschung hoch.
Zugegeben, würde mir es zumindest so gehen… Wenn man um Hilfe bittet, dann doch nur, weil man selbst keine Lösung finden kann, oder?

Wie oft, stehen wir vor Bergen, die wir nicht zu bezwingen glauben. Keine mögliche Lösung, keine Sicht auf Besserung, es sei denn, jemand eilt uns zur Hilfe.

Besonders in dieser jetzt kommenden Jahreszeit, wenn die Tage kürzer und kälter werden nisten sich vermehrt Gedanken bei uns ein, die uns grübeln lassen, ob wir den nächsten Herausforderungen gewappnet sind.

Wie kann ich den Ansprüchen meines Chefs gerecht werden?
Wie kann ich den Unterrichtsstoff wieder aufholen?
Wie kann ich für Frieden zwischen meinen Kindern sorgen?

Wie kann das Zusammenleben mit einer Kita bei uns gut gestaltet werden?
Wie können unsere Gottesdienste so bunt und lebendig bleiben?
Wie können wir genug Mitarbeiter gewinnen?

Am 23. September durften wir in unserem Gottesdienst einen jungen Künstler einladen, der uns mit seiner Verlobten ein tolles Konzert gespielt hat. Deutsche, tiefergehende und auch verletzliche Texte über Gott & die Herausforderungen des Mensch-Seins.
Sein Solo-Album, das er mitbrachte hat den Titel: „Ich glaube, es gibt mehr!“
Ein tolle Erinnerung, denke ich, denn wir leben mit einem Gott, der der Inbegriff von „Mehr“ ist. Der uns mit Liebe überschüttet, mehr, als wir selbst begreifen können.
Das predigen & singen wir immerhin.
Und dann zweifeln wir doch wieder, ob auch alles so klappen kann.
Ich habe viele Fragen & Zweifel in den letzten Wochen und Monaten gehört. Und das nicht zuletzt auch von mir selbst.

Wie dankbar bin ich dann nur, wenn ich merke, wie Gott absolut nicht auf meine Zuversicht angewiesen ist.
Ich zweifle, und er beschert uns als Gemeinde einen wunderschönen Kita-Start.
Ich frage, ob wir auch an alles gedacht haben, und wir erleben einen tollen Gemeindetag mit 4 anderen Baptisten-Gemeinden aus unserer Region.
Ich mach mir Sorgen über das Wetter beim Abenteuer-Wochenende und Gott schickt das Gewitter 3 km weiter.

Wie so oft, kann ich wieder erkennen, wie großartig es ist, das Gottes Perspektive IMMER noch weiter ist und er noch größer denkt.
Ich wünsch mir, dass wir uns den Satz „Ich glaube, es gibt mehr“ immer wieder gegenseitig zusagen, uns erinnern, dass Gott mehr für uns hat.

Diese Hoffnung hat die Witwe wohl auch, denn sie lässt sich auf die wahnwitzige Aufgabe ein, sich so viele leere Tonkrüge aus der Nachbarschaft zu organisieren, wie nur möglich. Mit ihren Söhnen fängt sie anschließend an, ihr Öl auf die Krüge zu verteilen.
Und der eigene Ölkrug wird einfach nicht leer. Bis alle Krüge gefüllt sind.
Nun kann sie das Öl verkaufen und die Schulden abbezahlen.

So ist Gott, oft wirft er nicht einfach nur den Geldsack vom Himmel und ZACK, sind unsere Probleme beseitigt, oder fährt mit dem Bulldozer über die Berge, die vor uns liegen. Meist haben die Lösungen mehr mit dem zu tun, was Gott uns schon vor langer Zeit in jeden von uns – ganz individuell reingelegt hat und freut sich mega darüber, wie wir das entdecken und entfalten.

Beim Herbstfest, am 14. Oktober wollen wir das wieder feiern. Er beschenkt uns mit MEHR!

Diesen Hoffnung wünsch ich uns als Gemeinde, für die nächsten Berge und Herausforderungen, die vor uns liegen, aber auch für jeden persönlich.

Ich glaube es gibt mehr!

Seid gesegnet,
Euer, Micha Steppan

 

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