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Gemeinsam Bauen

– Stefan Taubmann /

„Und nun lasst euch von Gott als lebendige Steine in seinen geistlichen Tempeleinbauen.“ (1.Petrus2,5)

Liebe Mitglieder und Freunde der G26

„Keine Sorge, ihr schafft das schon. Das wird schon!“ – Diesen Zuspruch höre ich derzeit immer wieder, wenn ich von unserer Kita-Baustelle im Gemeindehaus erzähle. Solche Ermutigungen tun in einer so intensiven Arbeitsphase richtig gut und spornen für den Endspurt der nächsten zwei Monate an. Manche langjährigen Gemeindemitglieder erleben ja seit dem Kauf des Hauses in den 80er Jahren bereits den dritten Umbau auf unserem Grundstück in der Gagarinstraße. Damit muten wir unserem Altbau schon einiges zu. Wieder wurden Leitungen verlegt, neue Durchbrüche geschaffen und andere verschlossen. Besonders deutlich wird das im Erker, der nun ins gesamte Raumkonzept der Kinderarche integriert wurde. Ganz besonders möchte ich Franz Beutel danken, der unser Haus durch und durch kennt und nochmal viel Kraft und Zeit investiert hat diesen Umbau zu unterstützen. Mich bewegt es, mit wie viel Leidenschaft Franz an manchen Stellen das Parkett wieder ausgebaut hat, das er vor über 30 Jahren selbst verlegt hat. Daran wird deutlich, wie wertvoll die Lebenserfahrung der älteren Generation ist, besonders wenn sie uns jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mit ein wenig Fantasie kann man jetzt schon erkennen, wie schön es bald werden wird. Wem dafür die Vorstellungskraft nicht reicht, der möge sich noch etwas gedulden, bis am 01. August die Kita Schatzkiste eröffnet wird. Am 26. August werden wir zusammen mit vielen Gästen den Eröffnungsgottesdienst feiern. Ich möchte jetzt schon herzlich dazu einladen.

Ein weiterer Höhepunkt in der zweiten Jahreshälfte wird ein Ostthüringer Gemeindetag sein, zu dem wir unsere umliegenden EFG-Gemeinden einladen, wie Jena, Zeitz, Altenburg und Schmölln. Am 02. September werden wir somit Gastgeber für geschätzt 300 Gottesdienstbesucher, um Gemeinschaft und Austausch von Gemeinden zu erleben.

Am 14. Oktober holen wir dann unser versäumtes Sommerfest nach. Dies verbinden wir gleich mit Erntedank und werden einen tollen Familientag auf die Beine stellen. Aus unseren beiden Partnergemeinden aus Russland und den USA wird jeweils eine kleine Delegation dazukommen, so dass dieses Herbstfest gleich internationales Flair bekommt.

Natürlich freue ich mich, wenn wir Highlights im Gemeindeprogramm eines Jahres erleben. Besondere Gottesdienste setzen Akzente, erfrischen und ermutigen.

Ich denke dabei an die Holzbauwelt zum Café-Geburtstag zurück, bei der die Kinder weltmeisterlich Bauwerke aus Holzbausteinen aufgerichtet haben.

Manches war das Werk eines Solokünstlers. Doch die größeren Türme waren Gemeinschaftsaktionen, gemeinsam geplant und durchdacht und dann Hand in Hand zusammengesetzt. Und genau das ist so ein gutes Bild für lebendige Gemeinde. Gemeinsam Bauen. Und das muss nicht immer in großen Aktionen stattfinden. Das geschieht auch im Hauskreis, wenn Glaubenserfahrungen ausgetauscht werden, oder beim Krankengebet, wenn jemand segnend für mein Anliegen betet. Das wird auch deutlich, wenn jemand praktisch einspringt, für jemanden das Kind von der Schule abholt oder einen Besuch im Krankenhaus abstattet. Gelegenheiten gibt es mehr als genug. Der Apostel Petrus hat dazu ein Bild gebraucht, wie Gott uns als lebendige Steine in seinen geistlichen Tempel einbaut. Ein wunderbares Bild.

Natürlich müssen wir uns beim gemeinsamen Bauen von Zeit zu Zeit selbst in Frage stellen und unsere Haltung und Motivation überprüfen. Bin ich wirklich bereit für andere da zu sein? Sehe ich mich wirklich als ein lebendiger Stein, oder schaue ich lieber nur von Ferne zu, was andere machen?

Entscheidend ist ja, dass beim Bauen das Gleichgewicht gewahrt wird, dass die Statik stimmt, damit unser Turm nicht irgendwann einstürzt.

Und da merke ich schon, dass es schmerzhafte Momente und Erkenntnisse gibt. Jemand war krank oder in seelischen Nöten und ich habe ihn gar nicht wahrgenommen. Menschen sind weg geblieben, weil sie nicht genug Wertschätzung erleben oder sich nicht mehr wohlfühlen. Es können so viele Ursachen sein, die letztlich etwas zum Einsturz bringen. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass wir als Gemeinde dieses GEMEINSAM BAUEN als eine innere Haltung verstehen. Es ist gut, wenn wir uns gegenseitig erinnern, falls jemand zurückbleibt und sich im Tempo nicht mehr mitgenommen fühlt. In den letzten Monaten hat der Umbau im Haus viel Energie gekostet. Ich bin sicher, dass sich diese Investition lohnt und Segen bringt. Doch ich möchte in der nächsten Zukunft wieder sensibler hinsehen, wo wir vielleicht wieder neu die Statik überprüfen und in Balance kommen müssen. Dazu möchte ich euch auch ermutigen, euch zu melden, bevor der Schuh so drückt, dass Blasen entstehen. Sprecht gerne die Gemeindeverantwortlichen an und kommt auf uns zu. Wir nehmen uns Zeit und finden einen Termin.

Seid gesegnet.
Euer Stefan Taubmann

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