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Holzsteine verbinden

– Jule Rada /

Die Holzbauwelt vom Bibellesebund zu Gast in der G26, 6.-8. April 2018

„Och, jetzt ist alles kaputt. Hat sich doch alles gar nicht gelohnt!“ , sagte mein sechsjähriger Sohn Johanntraurig am Ende der Holzbauwelt in der G26.

Fangen wir mal von vorne an: 6. April, Freitagabend, 18:00 Uhr, ein komplett unbestuhlter Gemeinderaum; unterdemHolzkreuzreihen sich gestapelt graue Plastikkisten, die prall gefüllt sind mit etwa 60.000 baugleichen Holzbausteinen. Ein sympathischer junger Rheinländer im Hip-Hop-Outfit begrüßt die Kinder, die mit ihren Eltern der Einladung der G26 gefolgt sind, heute hier gemeinsam bauend kreativ zu werden.

Ein kurzes Gebet, vom Hip-Hopper, der sich als Janosch vorstellt, und die Bautage sind eröffnet. Janosch Plavac arbeitet für die Missionsgesellschaft „Bibellesebund“ und begleitet mit seiner authentischen, fröhlichen Art und seiner Begabung, dem Sprechgesang, die Gäste der Holzbauwelt durch die kommenden drei Tage, in der in kurzen Inputs auch die Bibel Thema sein wird.

Während der zwei Baustunden am ersten Tag entstehen in Windeseile Mauern, Türme, Häuser… Es herrscht eine friedlich, kreative Stimmung. Stolz zeigen die Kids ihre Kunstwerke: „Komm mal schnell her und schau dir an, was ich gebaut habe! Ganz allein!“ Ich baue im Team und habe mich mit meinem Gemeindemusik-Kollegen zusammen getan, der als Papa mit seiner ganzen Familie gekommen ist. Wir bauen eine Konzerthalle! Und werden im Spiel wieder zu Kindern. Herrlich!

20:00 ein kurzer Abschlussgroove von Janosch. Wir freun uns auf den nächsten Tag.

„Wir sind die Bauarbeiter und wir bauen immer weiter. Wir baun hoch, wir baun tief, immer grade, niemals schief. Auf die Schnelle mit der Kelle, hier auf unserer Baustelle.“

Mit diesem Rap beginnen 15 Kinder (zwischen 4 und 11 Jahren) 5 Mitarbeiter, und Janosch gemeinsam den zweiten Tag der Holzbauwelt. Nach einem kurzweiligen Input von Janosch folgt eine 20-minütige Arbeit in Kleingruppen, in der die Kinder sich spielerisch mit einem Psalm beschäftigen und einen Rap-Texten. Danach werden die spontan erfundenen Sprechgesänge den anderen präsentiert. Gellender Applaus für die kleinen Künstler!

Mittagspause, liebevoll versorgt die Küchenfee Evelin Marz alle hungrigen Mäulchen.

Weiterbauen. Dann noch ein Block Bibelarbeit mit super kreativen Rapeinlagen und einigen Spielen.

Es geht darum, wie Gott ist; dass Gott unveränderlich ist und dass Gott seine Leute beschützt, selbst im Feuerofen. Weiterbauen. Bauen. Bauen. Bauen.

Der eigene Ehrgeiz und die liebevolle Wertschätzung der Mitarbeiter lässt die Kinder über sich hinauswachsen. Ganz wortwörtlich: Ein kreisrunder Turm, der mit einem Durchmesser von 1,50 m schon am ersten Tag begonnen wurde, wächst und wächst. Gemeinschaftlich wird Stein auf Stein gesetzt, es werden Leitern herangeschleppt und bald darf am Bausteinturm nur noch mit Schutz- helm gearbeitet werden.

Der gesamte Bereich des Gemeindesaals, der dem Bauen zugewiesen war, ist inzwischen dicht bebaut mit höchst kreativer, statisch unglaublicher und beeindruckend kolossaler Holzbaustein-Architektur bebaut .

16:00 Baustopp. Applaus beim letzten Stein des Turmes. 3,86m ist er hoch geworden! Abschlussgroove. Bis morgen im Gottesdienst!

Sonntag, Tag 3 der Holzbauwelt. Neugierig sind viele Gottesdienst- besucher gekommen, nicht zuletzt um die entstandenen Kunstwerke zu bewundern. Janosch „predigt“ kindgerecht mit Bildern und einem Raptext. Zum Abschluss dürfen zwei Kinder den Riesenturm zum Einsturz bringen.

Krach…Boom…Bähm…Staunen! Auch die restlichen Bauwerke müssen nun leider fallen.

Och…

Und ja, Johann, ich finde, sie hat sich doch gelohnt, die Holzbauwelt!

Viele Hände packen mit an und füllen die leeren grauen Kisten mit den tau- senden Bausteinen. Ruckzuck ist alles wieder ordentlich verpackt. In Windeseile. Eindrucksvoll.

Eindrucksvoll, so möchte ich auch die Bautage beschreiben: in jedem (Kind) steckt ein Künstler, manches schafft man nur gemeinsam, aus ganz einfachem Material kann Wunderschönes entstehen.

Janosch fährt mit seinen Bausteinen weiter zu seinem nächsten Ziel.

Juliane Rada

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